Archive for the ‘Allgemein’ Category

Kritischer Salon – Hörspielabende im Oktober/November

Montag, Oktober 24th, 2011

Wir laden euch für die kommenden kalten Tage gemeinsam mit dem AK B12 wieder zum Kritischen Salon in das Wohn- und Kulturprojekt B12 ein. Drei interessante Hörspiele haben wir für euch rausgesucht – und wie immer wird es auch wieder einen kleinen Input und anschließend genug Raum für Diskussion geben.

Do. 27. Oktober 2011 – 19 Uhr
KATASTROPHEN-BEWUSSTSEIN
Kommentiertes Hörspiel und Diskussion

„Ich muss wohl zu dem Ergebnis kommen, daß nicht ich gestört bin oder gestört war, sondern daß die Neurose auf seiten des geschichtlichen Geschehens liegt.“
Jean Améry: Über Zwang und Unmöglichkeit, Jude zu sein

Wir verbleiben thematisch bei zeitgenössischen Perspektiven zur Aufarbeitung der Vergangenheit und beschäftigen uns diesmal mit den Gedanken Jean Amérys, der als (areligiöser) Jude in der Résistance kämpfte und die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen überlebte. Es wird ein Radiobeitrag der Göttinger Gruppe OLAfA zu hören sein, die Auszüge aus Amérys Hauptwerk „Jenseits von Schuld und Sühne“ im originalen Wortlaut zu einem fiktiven Interview komponiert hat. Zusätzlich wird es ein kurzes Referat zur Ambivalenz jüdischen Selbstverständnisses im Nationalsozialismus sowie die Möglichkeit zur Diskussion geben.

Do. 17. November 2011 – 19 Uhr
DAS FORTWESEN IN DER ERZIEHUNG
Kommentiertes Hörspiel und Diskussion

„Man sagt im Allgemeinen, dass die Gesellschaft von Außen her gesteuert, dass sie heteronom sei und unterstellt dabei, wie Kant es ausführt, dass die Menschen mehr oder minder widerstandslos das schlucken, was das überwältigende Seiende ihnen vor Augen stellt und ihnen so einbläut, dass, was nun einmal ist, so sein möchte.“

Theodor W. Adorno: Erziehung zur Mündigkeit

Ausgehend von Kants „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ begaben sich Theodor W. Adorno und Hellmut Becker in diesem für 1963 aufgenommenen Radiogespräch auf die streifzugartige, philosophische Suche nach Möglichkeiten und Verunmöglichungen einer Erziehung zur Mündigkeit. Jene entwarfen sie als eine Erziehung zum Widerspruch und eine Kultur des Madigmachens.

Wir laden euch herzlich ein, an dem Exkurs teilzunehmen. Dazu wird es ein Referat als Versuch geben, euch mit einem ebenfalls Erkenntnis fördernden Aufsatz Adornos namens „Tabus über dem Lehrberuf“ vertraut zu machen und sich der Frage nach Kontinuitäten anzunähern. Dabei ist aller Raum für Nachfragen und Diskussion.

Mi. 30. November 2011 – 19 Uhr
WORT UND REVOLUTION
Kommentiertes Hörspiel und Diskussion

“Der Konflikt zwischen Theorie und Tatsachen ist fundamentaler heute, als der in der Theorie inhärente Konflikt; weil dieser Konflikt das gesellschaftliche Subjekt der Veränderung selbst in Frage stellt.”

Der teils als Vater der neuen Linken gefeierte Herbert Marcuse hatte zu jener ein sehr kritisches und zwiespältiges Verhältnis. Seine Überlegungen zur (Un-)Möglichkeit der Kritik in der als eindimensional beschriebenen Gesellschaft schlagen sich auch in seinen Anmerkungen zum Verhältnis von Theorie und Praxis nieder. In einer 45-minütigen Vorlesung setzt er sich mit dem
Widerspruch zwischen Ansprüchen und Realitäten der revolutionären Student_innenbewegung und darüber hinaus auseinander.
Wir laden euch ein uns gemeinsam diesem – für unser aller (politisches) Handeln relevanten – Diskurs zu nähern.

-Marcuse zu einem Vorlesungssaal der ihn mit Ho-Chi-Minh-Rufen begrüßte, 1974.

Hörspielreihe – Kritischer Salon / Teil 2

Donnerstag, September 22nd, 2011

Kritischer Salon
Mi., 05. Oktober 2011 – 19 Uhr – B12  – Braustraße 20

Wir laden ein. Zum zweiten Teil unserer Hörspielreihe in der B12. Diesmal gibt’s einen Beitrag über ein Gespräch zwischen Adorno und Bloch auf die Ohren. Noch nie gehört? Kein Problem. Das Audiostück wird eingeleitet, kommentiert und danach gemeinsam diskutiert.

MÖGLICHKEITEN DER UTOPIE HEUTE
Kommentiertes Hörspiel und Diskussion

Zuviel ist voll vom Etwas, das fehlt.
Etwas treibt in uns, will weiter,
hält es nicht bei sich aus, will aus sich heraus.
(Ernst Bloch)

Gespräch zwischen Theodor W. Adorno und Ernst Bloch – moderiert von Horst Krüger

In diesem 1964 für den SWR produzierten Gespräch treffen zwei Philosophen aufeinander, die sich dem Begriff der Utopie aus sehr unterschiedlichen Richtungen genähert haben. Während Bloch in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ dem Menschen nahelegt „das Hoffen zu lernen“, um überhaupt die Möglichkeit zu eröffnen zu dem zu gelangen „was fehlt“, geht es Adorno grundsätzlich um die unbewussten Kategorien, die dem Menschen die Wege zum fernen Utopia verstellen.

Auch 2011: Kein al-Quds-Tag!

Donnerstag, August 11th, 2011

Wir unterstützen die Mobilisierung gegen den al-Quds-Tag 2011. Den Aufruf sowie weitere Infos findet ihr auf der Website des Antifaschistischen Bündnisses: noalquds.blogsport.de

Wir weisen an dieser Stelle außerdem auf die Infoveranstaltung in Leipzig am 15.08. um 19:00 Uhr im linXXnet hin.

Deutschland – nichts als ein kapitalistischer Staat? jetzt als MP3 hören

Donnerstag, Juni 16th, 2011

Wer unsere Veranstaltung „Deutschland – nichts als ein kapitalistischer Staat“ verpasst hat oder sich sogar nocheinmal zu Gemüte führen möchte, kann das nun tun.

Wir haben sowohl den Teil mit den Inputreferaten als auch die Debatte online gestellt.

Inputs & inhaltliche Nachfragen [zShare | 80 MB | 1h:27min]
Podiums- & Publikumsdiskussion [zShare | 47 MB | 51min]

Unser Paper (‚Let’s talk about Nationalismus‚) zum Thema findet ihr hier.

Podiumsdiskussion: Deutschland – nichts als ein kapitalistischer Staat?

Montag, Mai 23rd, 2011

Wir laden ein zu unserer Podiumsdiskussion am 1. Juni:

Deutschland – nichts als ein kapitalistischer Staat? – Zur Bedeutung der Nationalismuskritik heute“

Anfang der 90er wurde von großen Teilen der radikalen Linken vor einem gesellschaftlichen Roll-Back hinter bürgerliche Standards bzw. der Gefahr eines 4. Reichs gewarnt. Demnach gäbe es in Deutschland bestehende Kontinuitäten des Nationalsozialismus, allen voran die Ideologie von Volksgemeinschaft und Antisemitismus, welche zunächst bekämpft werden müsse. Heute scheint der deutsche Nationalismus durch den Prozess einer Modernisierung gegangen zu sein. Für einige war die Modernisierung Grund sich von einer generellen Kritik der Nation zu verabschieden und nunmehr ihr Augenmerk auf den globalen Antisemitismus, “den Islam” und/oder der globalisierungskritischen Linken zu richten. Aber ist die Konsequenz daraus, dass das moderne Deutschland nicht mehr unmittelbar in die Barbarei des NS umzuschlagen droht, sich auch von jeder Kritik an Staat und Kapital bzw. Bewegungslinken zu verabschieden? Hat sich zwischen Rostock Lichtenhagen und der Fußball WM 2006 der Männer eine “Normalisierung” vollzogen? Für Teile der radikalen Linken war diese offensichtlich und somit Anlass, den deutschen Nationalismus nur noch als Ausdruck der unmittelbaren Interessen der Staatsbürger_innen als Angehörige der Volkswirtschaft zu deuten. Ihre Kritik am Nationalismus gründet nur noch in der Kritik der kapitalistischen Verhältnisse, die notwendig nationalstaatlich organisiert seien. Nach dieser Sichtweise hat sich eine spezifische Kritik an Deutschland erübrigt. In diesem Rahmen zeigt sich auch eine Affinität zu Großdemonstrationen mit anderen – zum Teil auch latent antisemitischen – Gruppierungen. Birgt dieser Bewegungscharakter die Gefahr einer negativen Aufhebung in sich, oder ist er Voraussetzung für die Wirkmächtigkeit emanzipatorischer Politik?

Diese Veranstaltung wird mit Gastrefrent_innen verschiedener Gruppen als Podiumsdiskussion am 1. Juni, im Seminarraum 1 der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Grimmaische Straße 12, stattfinden. Es ist eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „the future is unwritten“ des ersten Mai Bündnisses.

Weitere Infos findet ihr auch auf deren Homepage unter: http://mayday2011.blogsport.eu/.

Soli-Aftershowparty am 16.10.

Freitag, Oktober 8th, 2010

Nachdem am 16.10. die Nazis keinen Meter weit gekommen sein werden wird es auch einen Ort zum Feiern geben. Wir laden daher zur Soli-Aftershowparty ein. Auf die Ohren gibt’s Musik von und mit classless kulla und björn peng. Außerdem gibt’s rundherum live-djing von den inglourious bassnerds.

Flyer inklusive Location gibt’s hier.

Am 2. Oktober nach Bremen. Kein Tag für die Nation, kein Tag für Deutschland.

Donnerstag, September 30th, 2010

Kein Tag für die Nation – Kein Tag für Deutschland Am dritten Oktober 2010 jährt sich zum zwanzigsten mal die „Wiedervereinigung“ Deutschlands. Vom 2.-3. Oktober finden in Bremen die offiziellen Feierlichkeiten unter dem Motto „20 Jahre deutsche Einheit“ statt. Aufgeboten wird eine Melange aus Nena, dem Bundespräsidenten und deutschen Wurstbuden. Es soll ein deutsch-nationales Party-Event werden, bei dem die Deutsche Nation als historisch gewachsene Einheit und der Kapitalismus als wohlstandsbringende Ordnung präsentiert werden. Die Ursache der Teilung, der Nationalsozialismus, bleibt unerwähnt und die Geschichte wird umgedeutet, sodass das vereinte Deutschland wieder ein Anrecht auf Vormachtstellung in der Staatenkonkurrenz erhält.

siehe auch:
http://bremen310.hopto.org

Bustickets für die gemeinsame Fahrt aus Leipzig nach Bremen sind für 12 Euro im El Libro erhältlich.

http://legoesbremen.blogsport.de